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04.11.2022 | (rsn) – Michael Gogl (Alpecin – Deceuninck) muss auf ein "schwieriges Radsportjahr" zurückblicken, wie er es gegenüber radsport-news.com bezeichnete. Außer seinem Sturz-Aus bei der Strade Bianche lief es im ersten Halbjahr beim Österreicher noch nach Plan. Die weiteren Ziele wurden dann aber durch einen folgeschweren Sturz bei der Tour de France durchkreuzt, weshalb der Klassikerspezialist 2022 keine Rennen mehr bestreiten konnte.
Die Klassikersaison bezeichnete Gogl aus Teamsicht als "sehr erfolgreich". So gewann Mathieu van der Poel die Flandern-Rundfahrt sowie Dwars door Vlaanderen und wurde Dritter bei Mailand-Sanremo. Gogl selbst stand bei allen drei Rennen am Start und machte nicht nur dort "einen super Job", wie er sagte. "Ich bin auf einem sehr hohen Level gewesen", ergänzte er.
Ein kleines eigenes Ergebnis erzielte der Helfer bei der schweren E3 Saxo Bank Classic (1.UWT), die er auf Rang 14 abschloss. Freie Fahrt hätte der 28-Jährige auch bei Strade Bianche gehabt, das er im Vorjahr noch auf Rang sechs beendet hatte. Doch bei der Fahrt über die Schotterpisten der Toskana wurde Gogl von einer Windböe erfasst und musste daraufhin das Rennen aufgeben. "Das war schon sehr enttäuschend“, gestand er.
Platz 14 beim E3 Saxo Bank Classic im März war Michael Gogls bestes persönliches Ergebnis 2022. | Foto: Cor Vos
Noch viel größer war die Enttäuschung nach seinem Sturz-Aus bei der Tour de France, als er auf der Kopfsteinpflasteretappe auf dem Weg nach Wallers-Arenberg nicht mehr ausweichen konnte, als Daniel Oss mit einem Zuschauer kollidierte. So ging Gogl heftig zu Boden und brach sich dabei das Becken, das Schlüsselbein und einen Rückenwirbel. "Ich habe den Sturz sehr bewusst erlebt, keine Erinnerungslücken und habe sofort gewusst, dass da der Hut brennt, wie man so schön sagt", blickte Gogl zurück.
"Unterm Trikot sah es nicht aus, wie es sollte"
Er habe zwar versucht, "die Realität zu verweigern" und probiert, sich trotz "höllischer Schmerzen" wieder in den Rennsattel zu schwingen. "Aber das waren nur drei Sekunden Optimismus. Ich habe probiert aufzustehen, aber das hat überhaupt nicht funktioniert. Die Ärztin vor Ort hat unter mein Trikot geschaut und da hat es nicht mehr so ausgesehen, wie es hätte ausschauen sollen. So war gleich klar, dass etwas Schlimmes passiert ist", so Gogl, der mittlerweile aber die Reha abgeschlossen hat.
Gemeinsam mit Kapitän Mathieu van der Poel feierte Michael Gogl in diesem Jahr viele Erfolge als Team. | Foto: Cor Vos
"Die Reha verlief sehr gut. Ich bin super betreut worden am Olympiastützpunkt in Linz bei mir zu Hause. Ich habe den Rest der Saison alles investiert was ging, jeden Tag habe ich Programm gemacht und bin auch mit dem Wissen in meine kurze Saisonpause gegangen, dass ich soweit wieder hergestellt bin. Und auf das Fundament des Gesundseins kann ich aufbauen. Ich bin zuversichtlich, dass ich wieder der Alte werde", erklärte Gogl nun am Saisonende.
Die Frage, ob er nun rückblickend dafür plädiere, keine Kopfsteinpflasteretappen mehr bei der Tour im Programm zu haben, fand Gogl "schwierig zu beantworten". Bis zum Moment seines Sturze habe er die Etappe "ziemlich cool gefunden". Er habe gut im Rennen gelegen und sei mit Jasper Philipsen vorne in der ersten Gruppe gefahren.
Der Sturz sei letztlich passiert, weil "falsche Entscheidungen" getroffen worden seien. So sei etwa der eigentlich sehr klassikererfahrene Daniel Oss viel zu weit auf der rechten Seite gefahren. "Da kann man einfach nicht fahren", so Gogl, der aber auch die Zuschauer nicht von Schuld freisprechen wollte. "Die Zuschauer waren in dem Moment auch nicht konzentriert und sprangen nicht zur Seite", sagte er. So kam es schließlich zur Kollision, die auch Gogl zu Boden brachte.
Kritik am Kopfsteinpflaster bei der Tour
Aber schon zuvor sei es auf der Etappe chaotisch gewesen, "Meiner Meinung nach ist es für einen Klassementfahrer echt mühsam, durch so eine Etappe durchzukommen. Wir sind aber eben moderne Gladiatoren und ich glaube, die Schlagzeilen und die Bilder der diversen Stürze, die gingen durch die Medien und das ist auch der Grund, warum sie im Programm sind. Es lässt sich einfach blendend verkaufen. Das wird auch immer wieder passieren", meinte er und fügte an:
"Wenn ich beim richtigen Paris-Roubaix am Start bin, dann weiß ich, was auf mich zukommt. Bei der Tour hast du aber keine andere Wahl, auch wenn du das eigentlich gar nicht fahren möchtest. Es gehört zum Radsport, aber es herrscht auf diesen Etappen Chaos, da ist die Sensationslust schon sehr groß", fand Gogl klare Worte.
Seinen Blick möchte er aber nun vor allem in die Zukunft richten. "Ich möchte auf das alte Level zurückkehren, beziehungsweise noch besser zu werden", sagte er. Als erste Ziele für 2023 rief er wieder die Frühjahrsklassiker aus. "Strade Bianche habe ich mir dick angestrichen", so Gogl, der sich insgesamt freut "wieder zur Arbeit zurückkehren und auf meine Ziele hinarbeiten" zu können.
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